PETRUS CHRISTUS
(* um 1410/1420 in Baarle; † um 1473 in Brügge) war ein flämischer Maler.

Petrus Christus wurde 1444 Bürger von Brügge, wo er 1472 oder 1473 wahrscheinlich auch starb.

Er war ein Schüler Jan van Eycks, dessen Stil er mit Einflüssen von Rogier van der Weyden und Robert Campin verband. Nach dem Tod van Eycks übernahm er 1441 dessen Werkstatt und übte maßgeblichen Einfluss auf andere Meister der Brügger Malschule aus wie Dierick Bouts und Geertgen tot sint Jans. In seinen religiösen Gemälden vermag er van Eyck nicht zu erreichen, seine Portraits dagegen, die von statischer Nüchternheit gekennzeichnet sind, erzielen durch die Konzentration auf wenige, besonders scharfkantige mimische Details eine starke körperliche Wirkung und sind voll Charakter und Leben. Der Hintergrund der Porträts ist reduziert, aber konkret-räumlich und nicht länger undefiniert. Petrus Christus war einer der ersten flämischen Maler, der sich intensiv mit der Porträtmalerei befasste. Eines seiner Hauptwerke ist das Bildnis einer jungen Dame, das heute in der Gemäldegalerie Berlin hängt.

Nur sechs seiner Werke lassen sich durch Signatur (Petrus XRI) sicher zuweisen, die übrigen Bilder sind erschlossen. Ob er Italien besucht hat und italienischen Malern wie Antonello da Messina stilistische und technische Lösungen der flämischen Schule nahebrachte, ist ungeklärt.

 

Helnwein Child: Petrus Christus
Petrus Christus, Portrait of a Young Girl, ca. 1470